Die Ansteckungsgefahr im Flugzeug ist sehr gering

Ansteckungsgefahr im FlugzeugEs ist ein weit verbreiteter Glaube, dass das Reisen mit dem Flugzeug der Punkt ist, an dem man krank werden kann. Viele Erkältungen, Magen-Darm-Infekte und andere Krankheiten werden dem Flugzeug zugeschrieben, wenn sich jemand nach dem Urlaub schlecht fühlt. Das erscheint auch schlüssig, denn während seiner Reise sitzt man mit vielen anderen Menschen auf engem Raum in der Maschine. Aber ist das wirklich so? Laut einer Studie des Luftfahrtverbands Iata sieht die Lage ganz anders aus.

Wie das Luftfahrtmagazin Aerotelegraph.com berichtet, hat der Luftfahrtverband aufgrund der aktuellen Situation durch Covid-19 eine gründliche Untersuchung angestellt, deren Zahlen eine andere Sprache sprechen. Im Rahmen der Untersuchung bei 18 großen Fluggesellschaften zeigte sich, dass es keine einzige Infektion zwischen den Passagieren gab, sondern lediglich von den Passagieren auf Besatzungsmitglieder, oder von Pilot zu Pilot. Dabei wurde bei 1.100 positiv auf Covid-19 getesteten Fluggästen geprüft, mit wem diese im gereist sind. Insgesamt gab es Verbindung zu 100.000 weiteren Menschen, von denen tatsächlich nicht eine einzige Person im Nachhinein positiv auf Covid-19 getestet worden ist. Bei den Untersuchungen der zwischen Januar und März stattgefundenen Flüge wurden lediglich zwei Crewmitglieder angesteckt. Aber wie kommt es zu diesen guten Zahlen?

Leistungsstarke Luftfilter

Wie der Luftfahrtverband Iata berichtet, hat die geringe Infektionszahl einen guten Grund. Die Luft in einer Flugzeugkabine ist sehr sauber, da die Maschinen in der Regel über einen Hepa-Filter verfügen (Abkürzung für high efficiency particulate absorbtion). Diese Hochleistungsfilter filtern 99,97 % aller gefährlichen Partikel aus der Luft, so dass diese tatsächlich mit der Luft in einem Operationssaal vergleichbar ist. Dank dieser Filter wird ca. alle drei Minuten die komplette Luft in der Kabine ausgetauscht, wobei die Luftzirkulation von oben nach unten erfolgt. Das wiederum hat zur Folge, dass Tröpfchen nicht weit fliegen können, was die Gefahr einer Tröpfcheninfektion minimiert.

Intensivierung der Reinigungsabläufe

Selbstverständlich wurden die Flugzeuge auch in der Vergangenheit nach jedem Flug gründlich gereinigt. Um in Zukunft aber auch in Pandemiezeiten besser vorbereitet zu sein, werden diese Abläufe jetzt noch mal intensiviert, so dass fortan zusätzlich eine Desinfektion der Kabine stattfinden wird.

Ansteckung durch Kontakt

Die Ansteckung der zwei Crewmitglieder zeigt, dass der direkte Kontakt natürlich die größte Gefahr birgt, doch dieser Punkt kann sehr gut minimiert werden. Das gilt sowohl für die Flugzeuge selbst, indem zum Beispiel sauber in der Reihenfolge der Sitzplätze und mit Einhaltung entsprechender Abstände eingestiegen wird, als auch für die Flughäfen selbst, in denen neue Konzepte für Abstandseinhaltung und die Abfertigung der Besucherströme entwickelt werden.

Das Tragen eines Nasen- Mundschutzes

Der Nasen- Mundschutz ist im Flugzeug ebenfalls ein sehr gutes Mittel, um die Ansteckungsgefahr noch weiter zu Minimieren. Diese verringern die Gefahr der Tröpfcheninfektion anderer deutlich und sollten inzwischen in jedem Haushalt vorhanden sein. Es gibt sehr gute Masken, die wiederverwendbar und somit auch deutlich besser für die Umwelt sind, als Einwegmasken.

Die Luftfahrt tut wirklich alles, um das eh schon sehr kleine Ansteckungsrisiko noch weiter zu verringern. Die Ansteckungsgefahr beim Fliegen ist daher nicht groß und der Glaube, dass das Fliegen krank macht, ist schon in der Vergangenheit ein Irrglaube gewesen.

Quellen: 

https://www.aerotelegraph.com/warum-man-sich-im-flugzeug-kaum-anstecken-kann

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/coronavirus-flugverkehr-ansteckung-1.4901524

Veröffentlicht am 18.05.2020