Fiestas

Fiesta de San Juan - Johannisfest

Eine warme, laue Sommernacht, der Duft von glühendem, brennenden Holz steigt in die Nase. Sacht rollen die Wellen des Ozeans an den Strand. Es ist die Nacht der Nächte – die kürzeste Nacht des Jahres -, es ist Johannisnacht.

Insbesondere in Puerto de la Cruz, Punta del Hildago oder auch Guía de Isora wird diese Nacht besonders eindringlich und intensiv gefeiert.

Aber egal wo man ist, egal wie man feiert, das Feuer steht immer im Mittelpunkt dieser magischen Nacht. Um Feuer und um die alten Bräuche, mit denen durch das Verbrennen von Gegenständen das Schlechte zurück gelassen wird und somit neuer Platz für Schönes und Gutes entsteht, dass mit diesem Fest begrüßt wird.

Am bekanntesten ist die Fiesta de San Juan, die am Playa Jardin in Puerto de la Cruz gefeiert wird.

Wenn sich der Tag langsam dem Ende zuneigt, dann beginnt die große Party am Playa Jardin. Die Nacht des Feuerkults, die Nacht der Lager- und Freudenfeuer, die der reinigenden Wirkung der beeindruckenden Flammen Geltung verleiht. Die Nacht an der man loslässt, die Nacht, an der man von den Flammen an andere Orte getragen wird. An Orte, tief im Inneren eins selbst.

Man schüttet alles aus, was man überwunden hat, schüttet alles aus, was keinen Nutzen mehr hat, schüttet alles aus, was einen belastet und nährt damit die lodernden Flammen des Feuers. Die Seele wird gereinigt und Freude kann den ganzen Körper erfüllen und ihn in warmen Wellen durchströmen.

Diese Nacht vom 23.auf den 24. Juni ist die große Nacht der Rituale, die auch Skeptiker davon überzeugt seine Gedanken und Wünsche in die Hände jener unantastbaren Energie zu legen, die man zwar nicht verstehen kann, von der man aber irgendwie weiß, dass sie der Aufgabe gewachsen ist.

Musik durchströmt die Luft. Die Menschen feiern, sind ausgelassen und fröhlich, liegen sich in den Armen und erfreuen sich an der wunderbaren Nacht.

Das Wasser des Atlantik ist warm. Oft endet ein Tanz in den seichten Wellen, die den Körper reinigen sollen. Alte Fesseln des Jahres werden gelöst in dieser Nacht des Kults, des Kults der Volkstümlichkeit. Der Mensch ist eins mit sich, dem Rhythmus der Nacht, dem Rhythmus der Musik und dem unvergleichlichem Rhythmus der Natur.

Aber woher stammt dieser alte Brauch auf der Insel?
Im Jahr 1582 ereignete sich in der Stadt La Laguna eine verheerende Pestepidemie. Die Bevölkerung versuchte mit Opfergaben und den traditionellen Horgueras – Scheiterhaufen – die Hilfe ihres Schutzpatronen San Juan zu erflehen, damit dieser der Krankheit ein Ende bereitet und die Stadt aus den Klauen der Pest befreit. 

Überall auf der Insel wird dieser alten Tradition folgend gefeiert, gelacht und getanzt. Es werden Kreuze und Strohpuppen aufgestellt und festlich geschmückt. Die Menschen schreiben schreiben ihre Sorgen auf einen Zettel und übergeben diesen entweder schmeißen ihn in einen der unzähligen Feuer. Aus Blumen und Bananenblätter werden kleine Schiffchen gebastelt, die mit einem Segelchen versehen werden. Auf ihnen ruht ein Teelicht, das, zusammen mit den Wünschen der Menschen auf dem Wasser des Ozeans auf Reisen geht.
Es heißt auch, dass verliebte Paare, die in dieser Nacht gemeinsam über das Feuer springen, für immer zusammen bleiben werden.

Viele Mythen reigen sich um diese Nacht. Ob man an sie glaubt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Aber eines ist sicher. Es ist eine ganz besondere Nacht, die, wenn man sie einmal erlebt hat, immer im Herzen bleiben wird.
Und deshalb ist es auf alle Fälle lohnenswert, eine solche Nacht mitzuerleben, wenn man sich in dieser Zeit auf Teneriffa aufhält.

Gefeiert wird bin in die frühen Morgenstunden. Der Alkohol fließt meist in Strömen, was der guten Laune der Menschen keinen Abbruch tut.