La Laguna - Teneriffas ehemalige Hauptstadt

La Laguna – früher Rückzugsort für die Guanchen, dann Inselhauptstadt, heute Universitätsstadt, Bischofssitz und Weltkulturerbe der Unesco.
Ganz schön viel für eine Stadt auf einer Insel mitten im Atlantik.

Ja, La Laguna, eigentlich San Cristobál de La Laguna hat Einwohnern und Gästen gleichermaßen viel zu bieten und kann zudem mit einer langen und umfangreichen Geschichte aufwarten.




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Die Geschichte des Ortes

Mit dieser Reise in die Vergangenheit soll der Bericht über einer der großartigsten Städte der Insel auch beginnen.

Der Weg führt über 500 Jahre zurück in das Jahr 1494. In diesem Jahr schlug ein erster Versuch die Insel Teneriffa zu erobern und auch sie der Krone von Kastilien unterzuordnen fehl. Dieser erste Angriff erfolgte durch den andalusischen Kapitän und Adligen Alonso Fernández de Lugo. Am 14. November 1495 startete die spanische Krone, wieder unter de Lugo, einen erneuten Angriff auf Teneriffa und seine Ureinwohner, die Guanchen. Die Hauptmacht der kastilischen Truppen traf im Nordteil der Insel auf die dort beheimaten Guanchen und vernichtete diese fast komplett. Diese erste große und auch brutale Schlacht ereignete sich auf der Ebene, die in der Sprache der Guanchen „Aguere“ - „Lagune“ genannt wurde.

Zum Gedenken an dieses blutige und brutale Ereignis, bei der, so wird vermutet, auch der Mencey – der Fürst der Guanchen des Nordens – Bencomo getötet wurde, und zum Gedenken an alle Gefallenen dieser Schlacht wurde an dieser Stelle erst ein Steinkreuz und später dann eine Kapelle erreichtet. Diese Kapelle wurde „San Cristobal“ - dem heiligen Cristobal – geweiht.

Nachdem es den spanischen Truppen unter ihrem Anführer Alonso Fernández de Lugo gelungen war, die endgültige Kapitulation der Guanchen - 1496 in Realejo im Orotava-Tal – herbeizuführen, bzw. zu erkämpfen, kehrten Truppen und Anführer zurück nach „Aguere“. Sie ließen sich nieder und begannen eine Siedlung zu bauen.
Bis heute rätseln die Historiker, ob es nun ein, zwei oder auch drei besondere Gründe gab, warum gerade „Aguere“ ausgesucht wurde und kein anderer Ort oder ein anderes Stück Land auf der Insel. Die naheliegendsten Gründe für die Wahl dieses Ortes sehen Historiker in folgenden Punkten:
1. Die doch recht große und weite Entfernung zum Meer. Hier hatte man einen gewissen Schutz vor Piraten und Angreifern, auch ohne das es notwendig war, große und weitläufige Befestigungsanlagen zu errichten.
2. Die Lage. „Aguere“ befand sich auf einer der wirklich sehr seltenen, ebenen Landflächen. Dieser große Vorteil ist noch heute zu erkennen, denn in La Laguna findet man keine terrassenförmig angelegten, schwer zugänglichen Felder.
3. Das wunderbare Klima und die grandiosen Voraussetzungen die der Boden hier bot um intensiv Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Zudem gab es einen See - ständig durch einen Bach mit Frischwasser versorgt - der als Trinkwasser-Reservoir zur Verfügung stand. (wurde ebenfalls als die Lagune bezeichnet)

Besiedlung der Region

Die ersten Ansiedlungen im Ort San Cristóbal de La Laguna erfolgen dort, wo heute die Kirche „Nuestra Senora de la Inmaculada Conception“ steht. Dieser Teil der Stadt wird heute als „Villa de Arriba“ (die oberen Villen) bezeichnet. Zu Beginn der Besiedelung wurden nicht unbedingt langlebige Häuser, aus kaum haltbarem Material gebaut. Und selbstverständlich wurde als erstes eine Kapelle errichtet. Nach und nach, im Laufe der Zeit wurden diese – man kann sie wohl als Bruchbuden bezeichnen – provisorischen Häuser ersetzt durch haltbare Gebäude. Diese entsprachen schon zur damaligen Zeit den Anforderungen der Inselregierung, die besagten, dass keine leicht brennbaren Baumaterialien zum Hausbau verwendet werden dürfen. Denn schon damals war man sich sehr wohl bewusst, welche Ausmaße ein Feuer auf der Insel annehmen würde. Und dies wollte man unter allen Umständen verhindern.

Einen Plan hatte man bei dem Bau der ersten Häuser eher nicht. Die einzelnen Gebäude wurden irgendwo, völlig willkürlich hingesetzt. Jeder baute gerade da, wo er wollte. Doch diese Zerstreutheit im Bezug auf die Bautätigkeiten im Ort änderten sich schnell. Wieder war es Alonso Fernández de Lugo, der nach seiner Rückkehr von einem Besuch auf dem Festland, dem „Durcheinander“ ein Ende setzte. Mit gutem Beispiel ging er voran und ließ für sich ein Haus in dem Gebiet bauen, dass heute als „Villa de Abajo“ (die unteren Villen) bezeichnet wird. Ab da änderte sich alles. Von der seit dem 09. Juli 1497 bestehenden Stadtverwaltung – der Cabildo - wurden von nun an die einzelnen Baugrundstücke bereitgestellt und zugeordnet. Es wurden Straßen angelegt und ein Trinkwasser-System ausgeklügelt. Hierbei wurde das wertvolle Nass über eine Wasserleitung aus dem Mercedes-Wald in den Ort geführt.

Die Bebauung sollte sehr, an den zur damaligen Zeit in Europa herrschenden Trend, neue Städte wie ein Schachbrett zu planen und zu gestalten, angelehnt werden. Das wiederum war in La Laguna nicht wirklich einfach. Denn bereits vorhandene Wege und vor allem die Bodenbeschaffenheit stellten sich als kaum zu überwindendes Hindernis bei der Einhaltung klarer und einheitlicher Geometrie entgegen.

Und wieder fällt der Name Alonso Fernández de Lugo. Seine Entscheidung, eine neue Siedlung zu bauen und somit einen Neubeginn der Siedlung einzuläuten, wurde durch einen Beschluss bekräftigt. Dieser Beschluss, der am 24. April 1500 bekannt gegeben wurde, verpflichtete die Bürger, sich in der Unterstadt anzusiedeln. Die Oberstadt wurde somit zur „Geisterstadt“, den es war den Anwohnern strengstens verboten in der Oberstadt neu zu Bauen oder irgendeine Art von Handel zu betreiben.

Im vorgenannten Beschluss wurde als Grenze das Heiliggeisthospital „San Augustin“ genannt. Nur innerhalb des vorgeschriebenen Stadtgebietes durften neue Häuser gebaut und andere Gebäude errichtet werden. Um die Stadt erstens zu schützen und um ihr zweitens ein „ansehnliches“ Bild zu verleihen, wurden im Laufe der Zeit verschiedene Anordnungen erlassen, die die Bürger dazu verpflichteten gute und nicht brennbare Baumaterialien zu verwenden, die Häuser in einer Linie, einer sogenannten „Fluchtline“ zu bauen und vor allem die Straßen sauber zu halten. Man versuchte hier mit allen Mitteln eine Stadtkern, und eine Stadt zu schaffen, die dem vorherrschenden Ordnungsideal der damaligen Renaissance-Zeit entsprach.

Dieser Bau des historischen Stadtkerns wurde im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich fortgesetzt. Bis die Stadtmitte in ihrer heutigen Form und Gestaltung ausgebaut war, dauerte es bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Dies ist so genau bekannt, da der erste Stadtplan, den der italienische Ingenieur Leonardo Torriani im Jahre 1588 zeichnete, genau das aussagt. Diesem ersten Stadtplan kann man noch heute das vorhandene Straßenschema der Stadt La Laguna entnehmen. Natürlich wurden im Laufe der Jahre viele Häuser um- oder neu gebaut, wurden andere, weitere Gebäude auf den freien Platzen errichtet, aber der 1588 dokumentierte Verlauf der Straßen hat sich bis heute kaum verändert.

16. Jahrhundert

Die Stadt wuchs schnell, insbesondere zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Mir ihr wuchsen auch die Bevölkerungszahlen – und umgekehrt. Das ständige Wachsen des Ortes und seiner Bevölkerungszahlen war auch damit zu begründen, dass Landeigentümer, wenn sie das ihnen zugeteilte Land nicht verlieren wollten, verpflichtet waren in der Stadt zu wohnen.
So zählte der Ort San Cristóbal de la Laguna bereits um Jahr 1515 stolze 3.000 Einwohner.

Begründet durch das ständige Wachstum der Stadt, seiner wirtschaftlichen Bedeutung und der Bedeutung die La Laguna auch für die Krone Spaniens hatte, erlaubte Königin Johanna (auch die „Wahnsinnige“ genannt) am 23. März 1510 – durch königliche Urkunde festgelegt – der Stadt das Führen eines Wappens.

Dieses zeigt den Erzengel Michael hoch über einem Felsen, der den Teide darstellen soll. Des Weiteren sind auf dem Wappen eine Burg und ein Löwe - „Castilla y León“ – dargestellt.

Auf der Grundlage der Größe von La Laguna und seiner Einwohnerzahl, beantragte 1514 die Stadtverwaltung den Titel „Stadt“. Dieser Antrag wurde damit untermauert, dass es auf den gesamten Kanarischen Inseln keine andere Stadt mit solchen Ausmaßen und einer solchen Bevölkerungsdichte gab. Zu dieser Zeit stand selbst Las Palmas weit hinter La Laguna zurück.

Wie es zu dieser Zeit war, die Wege bis zum spanischen Hof und zurück waren lang und als man in La Laguna auch nach Jahren der Antragstellung nichts vom Hof hörte, nahm der Stadtrat die Angelegenheit selbst in die Hand. Und so genehmigte sich die Stadtführung am 21. Juli 1521 den Titel „Stadt“ selbst. Bei Hofe brauchte man auch dann wieder etwas länger. Denn erst zehn Jahre später – nämlich 1531 – legalisierte der Hof diesen Titel.

Im Jahre 1534 wurde dem Titel der Stadt noch das Attribut „Noble“ hinzugefügt. So kommt es, dass die Stadt heute den offiziellen Titel:

„Muy Noble, Leal, Fiel, y Illustre Historia Ciudad de San Crisobal de La Laguna“
trägt. In dieser Bezeichnung kommen die Worte „sehr edel, treu und ergeben“, vor. Dies sagt sehr viel über den Stellenwert aus, den die Stadt schon zur damaligen Zeit hatte.

Neben den ständig steigenden Anzahl der Profanbauten (Gebäude für rein weltliche Zwecke) wuchs im 16. Jahrhundert auch die Zahl der Sakralbauten (kirchliche Bauten) stetig.

Ab dem 17. Jahrhundert

Doch im 17. Jahrhundert war Schluss. Kaum noch Bautätigkeit , kaum ansteigende Bevölkerungszahlen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: 1561 gab es 7.220 Einwohner in La Laguna und bis 1805 hatte sich diese Zahl nur auf 9.672 Einwohner erhöht. Aber warum diese plötzliche Stagnation?

Ganz einfach – alles begann mit der Verleihung der Stadtrechte an die Ortschaft La Orotava im Jahr 1648. Somit waren die Zeiten der Vorherrschaft des Stadtrates von La Laguna vorbei. Denn bis dahin war der Stadtrat von La Laguna identisch mit der Inselverwaltung.
Und so verlor La Laguna ganz langsam fast Alles, was sich die Bevölkerung und die Stadt im Laufe der Jahre aufgebaut hatten. Dieses wurde noch „gekrönt“ vom Weggang des „Capitán General“, der seinen Amtssitz kurzerhand nach Santa Cruz verlegte.

Und doch gab es etwas, dass La Laguna zu neuem Glanz verhelfen sollte. Die Kunst und die Kultur blühten in der Stadt auf. Im 18. Jahrhundert verwandelte sich La Laguna in eine Stadt voller Salons, eine Stadt voller Künstler und Schriftsteller. Zu dieser Zeit viel erstmals auf, wie viele Künstler aus ganz Europa im Schoße der Insel präsent waren. In dieser Zeit wandelte sich die Stadt. Sie wurde zur wahren und manchmal auch heimlichen Hauptstadt des gehobenen Lebens, der Lebensfreude, der Gesellschaft der Kunst und der intellektuellen Bewegung.

Aber das reichte leider nicht aus, um La Laguna die Bedeutung der letzten Jahre zurück zu geben.
Immer mehr verlor die Stadt im 19. Jahrhundert an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung.

Mehr und mehr stand von nun an Santa Cruz im Vordergrund. Dies änderte sich auch nicht, als die Universität „San Fernando“ gegründet und der Bischofssitz in La Laguna errichtet wurde. Die Universität wurde 1845 wieder geschlossen und der Bischofssitz war von 1848 – 1877 nicht besetzt.

Was übrig blieb – die größten Sehenswürdigkeiten der Stadt

In keinem Ort der ganzen Insel wird das koloniale Erbe so intensiv und mit einer solchen Liebe gepflegt wie in San Cristobal de La Laguna. An alles Ecken und Enden der Stadt stehen die beeindruckenden herrlichen alten Häuser in ihrem ur-kanarischen Stil. Wer sich einen ersten beeindruckenden Überblick verschaffen will, der tut dies am Besten von der „Plaza de Adelentado“ - im Zentrum von La Laguna aus.

Alle Wahrzeichen und historischen Schätze des Ortes einzeln zu beschreiben, würde wohl ins Unendliche führen. Deshalb findet der interessierte Leser nachfolgen eine „kurze“ Zusammenfassung der bedeutendsten Plätze und Gebäude.

Plaza del Adelantado

Die „Plaza del Adelantado“ - ein Platz der zur Zeit von Alonso Fernándes de Lugo der wichtigste Platz der Stadt war. Grund hierfür war, dass sich de Lugo dazu entschloss, seine Residenz dorthin zu verlegen. Erbaut wurde die Plaza auf dem Grundstück, auf dem sich heute das Kloster „Santa Catalina“ befindet. Alles was zur damaligen Zeit wichtig war, wurde in der Nähe der Plaza errichtet. Zur damaligen Zeit trug die Platz jedoch einen anderen Namen – und zwar „Plaza San Miguel“ - benannt nach der Kapelle, die gegenüber dem Haus des Adelantado (ein Mitarbeiter der kastilischen Krone im Mittelalter) errichtet wurde.

Hier fand alles statt – große Feste, Prozessionen, Stierkämpfe, aber auch das Brechen von Zuckerrohr, der Vollzug von Strafen und vieles mehr. Zudem diente der Platz als großer Marktplatz und das Wasserleitungssystem, dass das Wasser aus den Höhen des Mercedes-Waldes holte, endete hier. Es bestand bis zum Jahr 1842.

Im Laufe der Jahre hat sich das Aussehen des Platzes sehr verändert und ist in seinen Ausmaßen doch bis heute erhalten geblieben. In seiner Ursprünglichkeit war der Platz nicht gepflastert, erst im Jahre 1798 erhielt er einen neuen Untergrund. Und weil das Bild immer noch nicht dem entsprach was die Stadt gerne hätte, wurde er 1843 neu aufgeteilt, Bäume wurden gepflanzt und Bänke wurden aufgestellt. Der zentrale Brunnen aus Marmor, wurde, aus Marseille stammend, im Jahr 1870 aufgestellt.

Casas Consistoriales

Die „Casas Consistoriales“ oder auch „Antigua Casa del Cabildo“ sind die Gebäude des Rathauses der Stadt. Man findet sie, wenn man an der südwestlichsten Ecke der „Plaza del Adelantado“ in die dort beginnende „Calle Obispo Rey Rendondo“ - oder auch Calle Carrera genannt – einbiegt. Gleich zu Beginn dieser Straße liegen die Gebäude, die teilweise schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Tagungsort des Cabildos errichtet wurden.

Im Laufe der Jahre hat sich die Struktur und das Bild der Gebäude immer wieder verändert. Heute ist vom Ursprung fast nichts mehr zu finden.

Die Fassade in Richtung „Plaza del Adelantado“ wurde nach den Plänen von Juan Nepomucenco Verdugo Dapelo im Jahre 1822 im neoklassizistischem Stil umgestaltet und mit „Canteria azul“ - einer Steinart, die in einem Steinbruch in Tegueste vorkam und von dort aus nach La Laguna gebracht wurde – verkleidet.

Allein beim Eintreten in das Gebäude hat man einen ersten Wow-Effekt. Denn das untere Stockwerk ist ein großer und offener Säulengang, über dessen fünf Halbkreisbögen fünf Fenster mit Metallgitterbrüstungen eingebaut wurden. Das alles wurde durch einen geschwungenen Giebel im Mittelteil noch verschönert. Im Feld des Giebels findet man das Wappen der Stadt und eine Inschrift weißt darauf hin, dass diese Arbeiten im Jahr 1824, also unter der Herrschaft Ferdinands des VII ausgeführt wurden.

Herrliche Wandmalereien, im Jahre 1764 vom Maler Carlos Dacosta erstellt – säumen die Flure. Auf ihnen sind unter anderem Szenen aus der Geschichte der Insel dargestellt. An der Stirnseite lässt ein großes Bild die Besucher an der Erscheinung der „Nuestra Senora de Candelaria“ teilnehmen.
Der herrliche Treppenaufgang schießt mit einer achteckigen Decke ab, die im portugiesischem Stil , auch manuelinischer Stil genannt (prunkvoller Architekturstil, der nur im portugiesischem Königreich im 16. Jahrhundert vorkam), geschmückt ist. Dieser Treppenaufgang wurde 1996 komplett restauriert. Oben angekommen, geht das Treppenhaus in zwei großen, aus rotem Stein gebauten Bögen in den Vorraum des Rathaussaales über. Eine Inschrift im Zwickel der der Bögen ist Zeuge vergangenen Tage.

Seine heutige Form erhielt der Rathaussaal nach den Plänen von Manuel de Oraá y Arcocha in den Jahren 1860 bis 1866. 1934 wurden nochmal verschiedene Änderungen vorgenommen und 1963 wurde die Holzdecke fertiggestellt.

Casa de Los Corregidores

Ebenfalls am Anfang der „Calle Obispo Rey Rendondo“ findet man die „Casa de Los Corregidores“, die einen Teil des Gebäudekomplexes des früheren Cabildos darstellt. Zur Amtszeit der Corregidores diente das Haus ihnen als Wohnsitz – so erhielt es auch seinen Namen. Wann genau mit dem Bau der Casa begonnen wurde, ist bis heute unklar. Sicher ist nur, dass es 1545 fertiggestellt wurde - darauf deutet eine Inschrift an der oberen rechten Seite des Eingangsportals hin. Das Portal aus rotem Hausstein ist das einzige, was von dem alten Gebäude noch erhalten blieb. Dazu ist es eines der wenigen Beispiele des „Plateresken-Stils“ (ein architektonischer Stil der spanischen Renaissance-Zeit), dass auf Teneriffa erhalten blieb. Das Portal in sich besteht aus zwei Teilen, welche mit einem flächigen Raum umgeben sind. Der untere Teil des Portals enthält die umrandete Türöffnung. Beidseitig erkennt man „kannelierte Pilaster“ (Auskehlung eines pfeilerartigen Formelementes mit senkrechten, konkaven Furchen), die mit „korinthischen Kapitellen“ (oberer Kopf eines Pilasters) abschließen. Dabei haben die Pilaster keine Basis (der unterste Bauteil einer Säule auf dem der Schaft aufsitzt).

Der obere, ebenfalls umrandete Teil des Portals enthält ein Schiebefenster. Die seitlichen Pilaster sind teilweise verziert. Wie bereits im unteren Teil, so schließen auch die Pilaster im oberen Teil mit „korinthischen Kapitellen“ ab. Am Portal sind drei Wappen angebracht.
Das Gebäude ist heute Teil des großen Rathauskomplexes von La Laguna.

Antiguo Colegio de Las Dominicas

Die „Antiguo Colegio de Las Dominicas“ - die ehemalige Schule der Dominikanerinnen, findet der interessierte Besucher in der „Calle Consistorio“ Nummer 4. Hierbei handelt es sich um einen Teil eines großen Komplexes verschiedener historischer Gebäude, die ebenfalls von der Stadtverwaltung genutzt werden. Der Bau des Gebäudes geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Das lässt sich im Inneren sehr gut erkennen, da die Aufteilung bis heute relativ unverändert geblieben ist. Eine neue Fassade erhielt das Gebäude im Zuge eines Umbaus Anfang des 20. Jahrhunderts. Hier was der Architekt Mariano Estanga am Werk, der im Auftrag der Dominikanerinnen die Pläne erstellte. Die Fassade enthält architektonische Elemente des späten Mittelalters und am südlichen Ende ist eine Statue des heiligen Dominik angebracht.

Noch heute ist das Gebäude Teil des großen Rathauskomplexes und beinhaltet unter anderem das Stadtarchiv. Die alten Dokumente sind die Zeitzeugen der Stadt.

Jose Anchieta

Am 19. März 1534 wurde in der „Casa Anchieta“ Jose Anchieta – der Apostel Brasiliens geboren. Sein Vater, der Hauptmann und öffentliche Schreiber Juan Anchieta, ließ das Haus, das später eine so große Bedeutung hatte, zu Beginn des 16. Jahrhunderts an der damaligen „Plaza de San Miguel“ der heutigen „Plaza del Adelantado“ bauen. Das Gebäude war in seinem Ursprung sehr einfach und bis zu dem heute zu besichtigendem Bauwerk waren immer wieder zahlreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Dies lässt sich besonders gut an den verschiedenen Fassaden, von einer anarchischen Anordnung der Maueröffnungen auf der einen, bis hin zum offiziell angeordneten Stil des späten 19. Jahrhunderts auf der anderen Seite, erkennen.

Das Gebäude steht seit 1986 unter Denkmalschutz und diente nach dem Brand der „Casa Salazar“ 2006 als Residenz der Bischofs und das Ordinariat der Diözese San Cristobal de La Laguna.
Jose de Anchieta war als Jesuitenpater maßgeblich an der Christianisierung Brasiliens beteiligt. Er gilt noch heute als Gründer der Stadt Sao Paulo in Brasilien. Jose de Anchieta wurde von der katholischen Kirche 1980 selig und am 03. August 2014 heiliggesprochen.

Casa de la Alhóndiga

Ganze vier Jahre, genauer von 1705 bis 1709, dauerte der Bau der „Casa de la Alhóndiga“ in der „Calle La Carrera. Es wurde zwischen den Häusern Casa del Corregidor und der Casa Alvarado Bracamonte errichtet. Auch hier besticht als erstes wieder das Portal, das aus einem großen Tor besteht, welches von einem Mühlenstein (eine Steinart der Kanaren) eingefasst wird. Darüber befindet sich ein Wappen und eine alte Inschrift.

Die Maueröffnungen werden durch gleichgroße und symmetrisch angeordnete Schiebefenster verschlossen. Mitte des 19. Jahrhundert wurde die Originalfassade renoviert und sie bekam einen „neoklassizistischen Stil“. Hierbei wurde an der Oberkante der neuen Fassade ein Sims aus Stein und ein Dreiecksgiebel angebracht, die das Dach verbergen. Auf Grund eines Ratsbeschlusses von 1850 sollte in dem Gebäude ein Theater eingerichtet werden. Aber das Geld war knapp, so wurde das Vorhaben wieder auf Eis gelegt und das Projekt nicht fertig gestellt. Die „Casa de la Alhóndiga“ war der Ort, an denen die Ärmsten der Armen Weizen erhielten. So wurde ermöglicht, dass die Menschen nicht verhungerten. Gleichzeitig wurde von hier aus den Bauern auch Weizen als Saatgut zur Verfügung gestellt. Zudem beherbergte das Haus die Verwaltung und die Überwachung der verschiedensten wirtschaftlichen Tätigkeiten auf der ganzen Insel und es war sozusagen die „Kornkammer“ des Cabildos – hier wurden Weizen und Wein von einem auf das nächste Jahr gelagert. Interessant ist, dass das Haus auch als Gefängnis für 200 Franzosen diente und im 19. Jahrhundert auch das Bezirksgericht, eine Kaserne und ein Gasthaus beherbergte. Weiterhin galt das Haus als Unterkunft der „Guardia Civil“, als Kaserne einer Maschinengewehr-Kompanie, als Isolierstation des Krankenhauses während der spanischen Grippe 1918 und als städtische Schule und Lehrerbildungsanstalt. Heute sind in dieser Casa die verschiedensten Ämter der Stadtverwaltung untergebracht.

Casa Alvarado Bracamonte

1642 kam Diego de Alvarado y Bracamonte in die die Stadt um die Geschäfte und Ämter des Gouverneurs zu übernehmen. Seine Frau, die er kurz nach seinem Eintreffen in La Laguna heiratete, brachte u.a. ein Grundstück in der „Calle Carrera“ mit in die Ehe. Auf diesem Grundstück, was sich in unmittelbarer Nähe zu den Gebäuden des Cabildos befand, ließen sich die Eheleute ein Wohnhaus errichten. Die „Casa Alvarado Bracamonte“ oder auch „Casa de los Capitanes Generales „. Die Erben der Erbauer zogen auf's Festland zurück und so wurde das Haus in den folgenden Jahren, genauer bis zum Jahr 1723, von den jeweiligen „Capitanes Generales“ als Wohnhaus genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts verkauften die Nachfahren des Bauherren das Gebäude an die kubanischen Brüder Antonio und José Leal y Leal. Die Stadt La Laguna kaufte 1976 das Gebäude von den Erben dieser Käufer und stellte die „Casa Alvarado Bracamonte“ 1981 unter Denkmalschutz. Wie viele alte und historische Gebäude des Ortes, so ist auch diese Casa ein Teil des großen Rathauskomplexes.
Portal und Fensterfassungen des Hauses sind aus rotem Tuffstein, der, so wird vermutet, aus dem bischöflichen Steinbruch, nahe der Stadt, stammt. Die Fenster der Fassaden sind unregelmäßig angeordnet – eine für das 17. Jahrhundert typische Bauweise. Die Metallbrüstungen der Fenster stammen nicht aus dieser Zeit und ihre Machart deutet darauf hin, dass hier wohl mal Steuergelder gelagert waren.

Im Inneren besteht das Eingangsportal aus zwei übereinander liegenden Bereichen. Auch hier finden sich Pilaster, diesmal mit toskanischen Kapitellen, die auf, mit Mustern geschmückten, Sockeln stehen.

Der obere Bereich spiegelt den unteren Bereich wieder. Hier gibt es jedoch kein Eingangstor – dafür aber eine teilverglaste Doppelflügeltür, die auf einen Balkon führt. Oben wird das Portal durch einen gesprengten Dreiecksgiebel abgeschlossen. Unterhalb der Dachkante führt ein „Sfraffito“ (eine Technik zur Bearbeitung von Wandflächen durch das Auftragen verschiedenfarbiger Putzschichten. Zählt auch zu den Stucktechniken), die gesamte Fassade entlang.
Bei der Restaurierung in den 90er Jahren wurde dieses dekorative Element ebenfalls wiederhergestellt. Das Haus hat keinen, für die Kanarischen zu typischen Patio (kanarischer Innenhof), sondern der Hof war in Richtung Garten offen. Im Innenhof gibt es wunderbare Galerien, die von Säulen aus rotem Tuff getragen werden. Leider wurden diese im 20. Jahrhundert mit Zement ummantelt.

Teatro Leal

Das „Teatro Leal“, das sich ebenfalls in der Calle Carrera befindet, wurde 1915 von Don Antonio Leal in Auftrag gegeben und nach den Plänen des Architekten Pintor gebaut. Leal war somit auch Namensgeber des Theaters.

An der Fassade kann man die typischen Merkmale des Eklektizismus (Methode, die sich verschiedener entwickelter und abgeschlossener System bedient und deren Elemente neu zusammensetzt) erkennen. Hier findet sich ein zweistöckiger Zentralkörper, welcher von dreistöckigen Türmen flankiert wird. Drei der fünf, sich im Erdgeschoss befindlichen Türen sind im Zentralkörper, die beiden anderen an den Seiten. Bemerkenswert ist, dass sich im Obergeschoss ein Balkon befindet, der nicht nur die gleiche Breite wie die Türen hat, sondern, im Gegensatz zu den Seitenbalkonen, auch eine Brüstung aus Zementbalustern hat.

Die Innenwände zieren symbolistische Fresken von Lopez Ruiz und die Decke große allegorische Malereien.

Auf Grund seiner Größe wurde das Theater in den 60er Jahren als Kino genutzt. Nach einer langen Renovierungszeit von 18 Jahren, wurde das Gebäude 2008 wiedereröffnet. Zu dieser feierlichen Eröffnung am 14. Oktober 2008 reiste der heutige König von Spanien mit seiner Frau an, um an dieser Zeremonie teilzunehmen. Heute ist das Hau ein Ort der künstlerischen und kulturellen Unterhaltung.

Casa Salazar

Die „Casa Salazar“ ist nicht nur ein hervorragendes Beispiel für die kanarische Barockarchitektur, sondern auch für den Stellenwert, die solche historische Häuser für die Stadt und die gesamte Insel haben. Denn dieses Gebäude, welches seit 1983 unter Denkmalschutz steht, wurde durch ein Feuer 2006 fast komplett zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut.

Don Cristobal Salazar de Frias, I. Conde del Valle de Salazar, ließ die Casa in den Jahren 1681 bis 1687 errichten. In der langen Geschichte des Gebäudes, wurde es u.a. als Casino Cultural „El Porvenir“ genutzt und im Jahr 1892 zum Sitz des Bischofs und der bischöflichen Verwaltung erklärt.
Die Casa hat eine zweistöckige Fassade, welche komplett aus Stein, der aus einem Steinbruch bei Tegueste stammte, gearbeitet ist. Die Gestaltung der Fassade übernahm Andrés Rodriguez Bello, der als Baumeister auch die Fassade des“Palacio Nava y Grimón“ verantwortlich war. Zwischen beiden Fassaden gibt es große Gemeinsamkeiten. So zum Beispiel beim Gesamtaufbau und ganz besonders bei der Gestaltung des Portals. Auch die Säulenpaare haben eine gemeinsame Basis. Der Teil, der bei dieser Casa besonders ins Auge fällt, ist der Giebelabschluss, der das Wappen der Familie Salazar trägt. Die Dachkante ist gesäumt von Wasserspeiern mit zoomorphen (eine Repräsentation von Tierformen mittels Ornamenten oder auch Göttern die in Tierformen dargestellt werden) Formen, die an präkolumbisch-mexikanische Kunst erinnern. Der Patio, welcher sehr schön und farbenfroh begrünt ist, ist von einer geschlossenen Galerie umgeben. Und das Treppenhaus wird durch eine achteckige Decke abgeschlossen.

Universidad de San Fernando

Die „Casa de los Jesuitas“ oder auch die „Universidad de San Fernando“ wurde in den Jahren 1733 bis 1737 von dem Jesuitenorden in der „Calle San Augustin“ erbaut. Der Orden der Jesuiten siedelte sich erst sehr spät in der Stadt La Laguna an. Bis zu diesem Zeitpunkt war er nur in La Oratava und in Las Palmas mit Schulen vertreten. Als im Jahr 1767 Karl III die Ausweisung der Jesuiten aus den spanischen Gebieten anordnetet, wurde der Saat Eigentümer des Gebäudes. Danach wurde das Gebäude auf vielfältige Art und Weise genutzt. So wurde der „Real Sociedad Económica de Amigos del Pais de Tenerife“ 1778 ein Teil des Gebäudes zur Verfügung gestellt. 1792 wurde hier die Universität „San Fernando“ errichtet. Diese nahm jedoch erst 1817 ihre Lehramtstätigkeit auf, die man 1845 bereits wieder einstellt.

Als die Universität 1927 wieder eingerichtet wurde, entstanden im Gebäude neue Hörsäle – deren Nutzung bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts andauert. Zu dieser Zeit wurde das neue Uni-Gebäude errichtet.

Casa de los Jesuitas

Die „Casa de los Jesuitas“ wird noch heute von der „Real Sociedad Económica de Amigos del Pais“ genutzt.

Die Hauptfassade des, im Grundriss L-Förmigen, Gebäudes ist nicht recht viel anders als die anderer Gebäude die zu dieser Zeit in La Laguna gebaut wurden. Hier finden sich Ecken aus Haustein, glatt geputzte und gestrichene Mauern und regelmäßig angeordnete Schiebefenster mit Brüstungen und Laibungen aus Holz. Die herrliche Eingangstür hat einen Rahmen aus Stein, der sie besonders hervorhebt und welcher oben mit einem gesprengten Segmentgiebel abschließt.

Casa Lercaro

Die „Casa Lercaro“ wurde 1593 auf den Grundsteinen eines bereits vorhandenen Gebäudes errichtet. Wie auch andere Häuser, so ist auch die „Casa Lercaro“ ein wunderbares Beispiel für die Architektur von Privathäusern in dieser Zeit. In Auftrag gegeben wurde der Bau von Francisco Lercaro de León, der aus einer alten Kaufmannsfamilie aus Genua stammte. Und er hat hier nicht nur die Arbeit in Auftrag gegeben, auch seine Vorstellungen, seine Art von Architektur, seine Lebensart und -freude sind in großem Maße in die Gestaltung des Hauses eingeflossen. Die Fassade ist, wie überall in La Laguna zu finden, aus Mamposteria (Eine verputzte Mauer aus Naturstein. Diese ist nur an den Ecken und den Fensterfüllungen mit sichtbaren Quadern und am Portal mit umfassenden Canterias – Stein- und Steinbildhauerarbeiten – verziert.) Interessant und sehr auffallend sind auch hier wieder die Sgraffiti – hier in einer Art, wie man sie nur an den Palästen in Genua findet. Das was man von ihnen heute noch sieht wurde bei der Wiederherstellung des Gebäudes mühsam freigelegt und erneuert. Das Innere steht dem Äußeren nichts nach. Auch hier finden sich ganz außergewöhnliche Ausschmückungen, wie zum Beispiel Türöffnungen mit großen Freskomalereien. Auch diese sind in Teilen heute noch zu bestaunen. Der Patio wird von einer Galerie gesäumt, welche von sieben Säulen – abwechselnd aus Holz und Stein – getragen wird.

Im Laufe der Zeit wurden Gebäude und Anbauten immer wieder erheblich verändert und für unterschiedlichste Zwecke genutzt. So fanden hier das Militär, der Sitz der Philosophischen Fakultät der Uni und die Grundschule eine Zeitlang eine neue Unterkunft. Auch die Nebengebäude blieben nicht leer. Hier befanden sich eine Tischlerei, eine Schuhmacherwerkstatt oder auch eine Schmiede.
1976 wurde der komplette Gebäudekomplex vom Cabildo de Tenerife erworben und 1983 unter Denkmalschutz gestellt. Heute beherbergt die „Casa Lercaro“ das „Museo de Historia de Tenerife“, dass hier 1993 seine Ausstellungen eröffnete.

Casa Montanéz

Francisco Montanés, Hauptmann der Miliztruppen und im Amerikahandel tätig, ließ 1746 in der damaligen „Calle Real“, heute die „Calle San Augustin“ die „Casa Montanéz“ als Wohn- und Geschäftshaus bauen. Mit seinen drei Stockwerken plus zusätzliches Zwischengeschoss, war es ein doch recht großes und ansehnliches Gebäude. Das Gebäude war gut und vorteilhaft aufgeteilt. So fanden sich im Erdgeschoss das Lager und der Weinkeller, im Zwischengeschoss die Geschäftsräume, im mittleren Teil die herrschaftlichen Wohn- und Schlafzimmer und das obere Stockwerk diente als Kornkammer. Der herrschaftliche Teil des Hauses war gut durch die großen Schiebefenster, bereits von außen erkennbar.

Auch hier ist der Eingangsbereich wieder mit einem für La Laguna so typischen Portal geschmückt, in dem oben das Wappen der Familie eingesetzt wurde. Der erste Patio hat verglaste Galerien, die von wunderbaren Holzsäulen getragen werden. Diese Holzsäulen weisen im oberen Abschluss interessante Holzarbeiten auf.

Die Haupttreppe, die auf der Hinterseite des Hofes beginnt, besteht im ersten Lauf aus Stein, im Folgenden aus Holz. Es gibt einen zweiten Innenhof, welcher früher einen direkten Zugang zur seitlich verlaufenden „Calle Viana“ hatte. Das Gebäude wurde 1985 von der autonomen Regierung der „Autonomen Regierung der Kanarischen Inseln“ erworben und wieder hergestellt. Heute dient es als Sitz des „Consejo Cosultativo de Canarias“ - der beratenden Versammlung der kanarischen Inseln.

Casa Nava y Grimón

Die 1976 unter Denkmalschutz gestellte „Casa Nava y Grimón“ oder auch „Palast der Marqueses de la Villa nueva del Prado“ war Sitz der Familie Nava y Grimón und befindet sich an der nordwestlichen Ecke der „Plaza del Adelantado“. Bereits 1586 wurde mit dem Bau begonnen. Dafür verantwortlich war Tomás Grimón.

Seit dieser Zeit ist viel passiert. So wurde der mittlere Teil der Fassade inklusive Giebelabschluss und gedrehten Säulen – im Stil des Barocks – erst zum Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. 1776 war es dann Tomás Nava Grimón y Porlier, der das Haus komplett erneuern ließ. Hierbei wurde die Fassade zur „Plaza del Adelantado“ hin mit Canteria azul (siehe oben) verkleidet. Dabei fallen einem besonders die Polsterquader an den Ecken und die Balustraden, die die Fläche der einzelnen Wände nach oben hin abschließt, ins Auge. Auch hier darf das Familienwappen natürlich nicht fehlen. Wie bei vielen anderen Häusern prangt es auf der Fläche über der Tür . Zusätzlich zum Familienwappen befindet sich im Giebelfeld das Wappen der „Marqueses de la Villa nueva del Prado“ - ein Titel, der in der Familie Nava y Grimón erblich ist.

Bemerkenswert ist auch die glanzvolle Haupttreppe mit Marmorbalustraden und -stufen, die an der Rückseite des Innenhofes errichtet wurde. Den oberen Abschluss bildet eine Decke, welche mit portugiesischen Ornamenten geschmückt ist.

Später, im Zeitalter der Aufklärung (so wurde in der Zeit von ca. 1650 bis 1800 das gesamte Vorhaben bezeichnet, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernde Strukturen zu überwinden. Sei etwa 1780 bezeichnet dieser Begriff auch die geistige und soziale Reformbewegung und deren Vertreter in der Geschichte Europas und Nordamerikas) wurde das Haus zur Bühne für die Tertulias (politsch-literarische Salons). In deren Mittelpunkt stand erst Tomás und später Alonso Nava y Grimón.

Convento - Iglesia Santo Domingo

Die Geschichte des „Convento“ und der „Iglesia Santo Domingo“ ist lang. Auch Sie beginnt bereits Anfang des 16. Jahrhunderts – genau gesagt im Jahr 1522. Am 13. Mai besagten Jahres überließ der Eroberer Don Alonso Fernández de Lugo dem Dominikanerorden die Kapelle „San Miguel“, an der heutigen „Plaza del Adelantado“. Es war geplant, dass die Dominikaner im Umfeld der Kapelle ein Kloster mit dem Namen San Miguel de los Ángeles gründen konnten. Aber dazu kam es nicht, denn die Brüder des „Franziskaner-Ordens“ errichteten ein Kloster mit diesem Namen. Nachdem die Dominikaner auch nach fünf Jahren nicht mit dem Klosterbau begannen, mussten die Brüder 1527 den Platz verlassen und mit Beschluss vom 3. Juni 1524 war Selbiger nun für ein Kloster der Dominikanerinnen vorgesehen.

Die Dominikaner bezogen nun ein Grundstück, auf dem bereits eine Kapelle stand - die „Ermita de la Concepión“. Hier begannen sie nun mit dem Bau des Klosters, dass den Namen „Santo Domingo de la Concepión“ erhielt. Als sie am 9. Dezember 1532 feststellten, dass es ihnen alleine nicht möglich war die ganze Arbeit, die der Bau eines Klosters mit sich bringt, zu bewältigen, bot ihnen die Stadtverwaltung 150 Fanega (Volumen- und Getreidemaß) jährlich, über insgesamt acht Jahre zu liefern. Im Gegenzug sollten die Mönche Unterricht in Grammatik, Logik und Philosophie erteilen. Diese Unterrichtsangebot wurde 1612 durch die Errichtung eines Lehrstuhles für Theologie erweitert. Ein Jahr später erfolgte im Kloster die Errichtung einer Schule mit dem Namen „Santo Tomás“ und die Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek. Im 18. Jahrhundert gerieten Kloster und Schule in eine Rivalität mit den Brüdern des „Augustiner-Ordens“. Diese hatten, obwohl vom Papst nicht genehmigt, eine Universität eingerichtet.

Ca. 100 Jahre später wurde, im Rahmen der Desamortisation, auch das Kloster „Santo Domingo“ in La Laguna aufgelöst. Der gesamte Besitz wurde eingezogen und 1841 übernahm die Stadtverwaltung die Klostergebäude. Hier sollte eigentlich das Hospital de Dolores untergebracht werden, was aber nie geschah. So wurden die Gebäude in ein Gemeindehaus und ein kirchliches Gefängnis umgewandelt und gelegentlich auch als Bischofssitz genutzt. 1877 erfolgte die Umwandlung der Gebäude in ein Priesterseminar.

Zwischen den Jahren 1980 und 2000 war in dem ehemaligen Kloster die Erwachsenenbildung untergebracht. Seit 2002 werden die Räumlichkeiten nun von der Stadtverwaltung genutzt. Unter anderem ist hier der Sitz des „Amtes für Kultur und das geschichtlich-künstlerische Erbe der Stadt La Laguna“.

Der Bau der Kirche war von Anfang an begleitet von wohlhabenden, einflussreichen und bedeutenden Familien der Stadt – unter dessen Schutz sie auch stand. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass diese Familien hier teilweise ihre Grabstätten hatten.
Die wunderbare Klosterkirche entwickelte sich aus der der einst kleinen Kapelle, die heute einen Teil des Schiffes bildet. Interessanter Weise besteht der Rest des Seitenschiffes aus vielen ehemaligen Kapellen unterschiedlicher Höhe. Dies ist bereits von außen schon sehr gut erkennbar. Der Glockengiebel – Espanana genannt – ist aus dem 18 Jahrhundert und steht in einem rechten Winkel zur Fassade der Kirche die er überragt. Zugleich verbindet er beide Gebäude miteinander. Im Laufe der Jahre nagte auch an diesem Haus Gottes der Zahn der Zeit. Und so war es ein Segen, dass sich 1945 der damalige Gemeindepfarrer José Garcia Pérez um die Restaurierung der Kirche kümmerte. Er war auch der Initiator dafür, dass die südliche Innenwand durch ein flächendeckendes Fresco geschmückt wurde. Dann war es Bischof Fray Albino González Menéndez-Raigada, der die verschiedenen Themen für das Bild auswählte. Dieses wunderbare und facettenreiche Bild ist mit den Namen Maiano de Cossio und Antonio González mit Datum 1948 signiert.
Die Kirche steht seit 1986 unter Denkmalschutz und ist Gemeindekirche unter dem Patronat der „Virgen del Rosario“

Ermita San Miguel

Wie so viele alt-ehrwürdige Gebäude der Stadt La Laguna, so befindet sich auch die „Ermita San Miguel“ - die Kapelle San Miguel – an der „Plaza del Adelantado“. Genauer gesagt an deren Oststeite. Der Bau der Kapelle, der 1506 begann wurde von Don Alonso Fernández de Lugo persönlich angeordnet. In ihr fanden, bis zur Erbauung des Cabildo-Gebäudes, die Sitzungen des Cabildos statt. Nachdem der Erbauer gestorben war, verfiel die Kapelle Zusehens, wurde aber 1547 wieder aufgebaut.

Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kapelle 1759. In diesem Jahr wurde die Fassade an die Fluchtlinie des Platzes angeglichen. In den 1970er Jahren wurde die „Erimita San Miguel“ - sie diente bis zu dieser Zeit als Lagerraum – renoviert. Heute bietet die 1999 unter Denkmalschutz gestellte Kirche einen wunderbaren Raum für verschiedene Ausstellungen.

Der größte Teil der Kapellen-Fassade wird durch die große Eingangstür eingenommen. Diese schließt oben in einem Halbkreis ab und wird umrahmt von zwei Pilastern und einem Bogen aus Haustein. Oberhalb des Bogens ist deutlich die Jahreszahl 1759 zu erkennen – das Jahr in der die Fassade erstellt wurde. Den oberen und krönenden Abschluss der Front bildet ein geschwungener Bogen und beidseitig eine Espanada. Der Innenraum ist einschiffig und in drei, auch in der Höhe unterschiedliche Ebenen gegliedert.

Convento de Santa Catalina de Siena

Das „Convento de Santa Catalina de Siena“ - das Kloster der heiligen Katharina von Siena – wurde erstmals in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt – hier nicht als Kloster an sich, sondern wegen einer entsprechenden Planung . Diese geht zurück auf das Jahr 1524. In diesem Jahr plante das Cabilodo die Gründung eines Nonnenklosters auf einem dafür extra bereitgestelltem Gelände. Trotz dieser intensiven Planung dauerte es bis zum Jahr 1611, bis das Projekt endlich starten konnte. 1600 kauften die Eheleute Juan Cabrejas und Dona Maria de Salas das Gelände, auf dem das zu dieser Zeit unbewohnte und teilweise bereits verfallene Haus des Adelantado stand. Selbiges traten sie an den Orden der Dominikanerinnen ab, damit diese darauf ein Nonnenkloster errichten konnten. Die ersten vier Nonnen – alle aus Sevilla – traten in das Kloster ein, welches am 23. April 1611 geweiht wurde. Im 17. Jahrhundert war das Kloster das reichste der ganzen Insel. Im Laufe der Zeit wurden immer weitere Gebäude wurden errichtet, und so bekam das Kloster zu dieser Zeit sein endgültiges Aussehen. Zum Ende des 17. Jahrhunderts lebten hier bis zu 100 Ordensschwestern. Auf Grund der hohen Anzahl von Nonnen, war das Kloster auch nicht von der Desamortisation im 19. Jahrhundert betroffen. Bis heute ist das Kloster tief mit dem Orden verbunden und bis heute leben Ordensschwestern im Selbigen in Klausur.

Der Baustil des Klosters entspricht den architektonischen Grundsätzen der Klosterarchitektur der Entstehungszeit. Beste Beispiele dafür sind die gewölbten Ziegeln auf dem Dach und ein Glockenturm der von den Außenmauern überragt wird. Die durch Holzgitter verschlossenen Aussichtsbalkone – die Miradores-ajimezes – spiegeln die maurische Tradition wieder. Die Kirche ist einschiffig und wurde zur gleichen Zeit wie das Kloster errichtet. Der Marmorboden der Kirche ist nicht so alt und die Decke schließt den oberen Teil der Kirche, wie so oft, im Mudejar-Stil ab. Die Eingangstore der Kirche werden von zwei Halbkreisbögen umrandet.

Im Inneren der Kirche befindet sich der Leichnam der Schwester Maria de Jesús (Maria de León Bello y Delgado). Schwester Maria de Jesús steht im Ruf der Heiligkeit und wird am 15. Februar, ihrem Todestag, besonders verehrt. Es war der Reeder und Kapitän Amaro Rodrigez Felipe – auch bekannt als „el Cosario Amara Pago -, der drei Jahre nach dem Tod der Schwester bei den Oberen des Ordens ihre Exhumierung erwirkte. Zu dieser Zeit wurden die Nonnen einfach und ohne Sarg in der Erde bestattet. Bei der Exhumierung stellte man fest, dass der Leichnam der Schwester nahezu unverändert war. Der Kapitän spendete einen Sarg in dem Schwester Maria de Jesús seit dieser Zeit ruht. Die örtlichen kirchlichen Autoritäten haben einen Antrag auf Seligsprechung gestellt.

Convento Santa Clara

Das „Convento Santa Clara“ - das Kloster der Klarissinen Santa Clara de Asis – war das allererste Nonnenkloster das auf den Kanaren gegründet und errichtet wurde. Die ersten Ordensfrauen kamen am 20. Februar 1547 im Hafen von Santa Cruz an. Sie alle kamen aus dem Kloster „San Antonio“ in Baez und dem Kloster „Regina Coeli“ in Sanlúcar de Barrameda. Zur Gründung des Klosters gab es mit dem Franziskaner-Orden eine Übereinkunft, dass diese das Kloster „San Miguel“ an den Orden der Klarissen abgeben und selbst in das Hospital „San Sebastian“ übersiedeln. 1572 forderten die Franziskanerbrüder allerdings ihr Kloster zurück. Es begann ein langer Streit bezüglich der Wiederherstellung des Klosters „San Miguel“, der vom damaligen Papst zu Gunsten der Franziskaner entschieden wurde.

Olalla Fonte del Castillo – Witwe des Regidors Juan Fiesco Nisardo – versprach im Jahr 1575 für den Orden der Klarissen ein neues Kloster und eine Kirche errichten zu lassen. Bei diesem Versprechen blieb es nicht. So konnten am 21. Dezember 1577 die Schwestern die fertiggestellten Gebäude übernehmen. Im Laufe der Jahre wuchs das Kloster immer mehr an und in der Mitte des 17. Jahrhunderts lebten 150 Ordensschwestern im Kloster. Nachdem große Teile des Gebäudes bei einem Brand 1697 zerstört wurden, begann man umgehend mit dem Wiederaufbau, so dass die Kirche bereits 1700 wieder genutzt werden konnte. Auch dieses Kloster blieb von der Desamortisation verschont und noch heute leben hier Schwestern des Klarissen-Ordens in Klausur.
Das Bild, von dem das Kloster heute geprägt ist, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren finden sich zwei große Innenhöfe mit Holzgalerien. Zudem findet man hier einen dritten, etwas nach hinten versetzten, schmalen, offenen Platz, der in seiner Art den Vorherigen gleicht. Das Klostergebäude ist geprägt von den offenen Plätzen die für ausreichend Licht und Belüftung in den Wohnräumen sorgen. So konnte auf Öffnungen in den Außenmauern verzichtet werden. Von außen besonders auffällig ist der schöne Mirador-ajimez im maurischen Stil. Dieser stammt aus dem Jahr 1717. Die zum Kloster gehörige Kirche „San Juan Bautista“, ist eine einschiffige Kirche mit einem rechteckigem Altarraum, welcher durch einen Halbrundbogen abgetrennt ist. Die Decke über dem Hauptalter ist achteckig gefasst und man erkennt auch hier eindeutig maurische Einflüsse. Das Gebäude steht seit 1978 unter Denkmalschutz.

San Miguel de las Victorias

Der Eroberer Alonso Fernándes de Lugo war, nach seinem „Sieg“ über die Guanchen ein ganz besonderer Bauherr. Er veranlasste den Bau vieler Gebäude, Gebäudekomplexe und auch vieler kirchlicher Einrichtungen. So gründete der Eroberer auch, kurz nach Abschluss der Eroberung Teneriffas das Franziskaner-Kloster „San Miguel de las Victorias“ - Heiliger Michael der Siege -. Mit dem Bau dieses Klosters wurde bereits in den ersten Monaten des Jahres 1506 begonnen. Wobei die wichtigsten Gebäude der Klosteranlage erst 1580 fertig gestellt wurden.

Bis heute fehlen jegliche Unterlagen zur Baugeschichte. Bekannt ist nur, dass es sich zur damaligen Zeit um zweistöckige Gebäude handelte, die sich um einen Hof reihten. Von diesem benannten Hof gab es verschiedene Zugänge zu weiteren Anbauten. In den oberen Stockwerken der Gebäude befanden sich die Schlafsäle, die Zellen, verschieden Werkstätten und eine Krankenstube. Im unteren Teil fand man zur damaligen Zeit die Versorgungsräume und verschiedene Kapellen. Mit dem Bau der einschiffigen Kirche, von der sich noch heute die Grundmauern im jetzigen Altarraum befinden, wurde etwa zur gleichen Zeit begonnen. Im Laufe der Jahre fanden immer wieder Anbauten an der Kirche statt, so dass sich die Kirche kontinuierlich ausweitete. Mit Beendigung der Anbauarbeiten war die Kirche auf ein dreischiffiges Gotteshaus mit verschiedenen Kapellen ausgeweitet. Nach und nach waren die gesamten Gebäude mehreren Unglücksfällen ausgesetzt, so dass es notwendig wurde, den gesamten Gebäudekomplex des Klosters im Laufe des 17. Jahrhunderts in regelmäßigen Abständen zu renovieren. Im Anschluss daran gab es ein weiteres, schweres Unglück - eine Überschwemmung im Januar 1713, das La Laguna heimsuchte und große Teile der Gebäude des Klosters bis zur Unbewohnbarkeit vernichtete. Das Unglück richtete einen so großen Schaden im Kloster an, dass Selbige für eine gewisse Zeit verlegt wurde. Nur so konnten der Wiederaufbau zügig und ungehindert erfolgen. Daran anschließend wurde der Klosterhof kontinuierlich vergrößert und ab dem Jahr 1726 wurden an den Hof verschiedene Unterrichtsräume angeschlossen. Damit war der Grundstein dafür gelegt, dass auch das Franziskanerkloster einen wichtigen und bedeutenden Beitrag zur Vorbereitung der Bildung und zu Bildung selbst in La Laguna leisteten. Wie so oft in der Geschichte der Insel, so war es auch diesmal ein Brand, der in der Nacht des 28. Julis 1810 wütete und dabei schwere Schäden an den Gebäuden anrichtete. Lediglich der Glockenturm und das Haus der Bruderschaft der Franziskaner wurden von dem Unglück verschont. Jedoch ist es den Brüdern gelungen, einige wertvolle und bedeutende Kunstwerke zu retten. Unter den geretteten Kunstwerken befand sich unter anderem die damals schon berühmte Figur „Santisimo Cristo de La Laguna“, die als Arbeit eines unbekannten Meisters des 15. Jahrhunderts angesehen wurde und wird. Diese Figur steht heute wieder am Hauptalter vor einem Retabel (Altaraufsatz).

Jedes Jahr, am 14. September, findet eine Prozession zu Ehren des „Santismo Cristo de La Laguna“ statt, in der das Kreuz mitgeführt wird.

Ein weiteres interessantes Relikt aus vergangenen Tagen ist die Nachbildung des Turiner Grabtuchs, dass sich in einem kleinem Museum neben der Kirche befindet.
Das gesamte Gebäude steht seit 1986 unter Denkmalschutz.

Ex-Convento de San Augustin

„Ex-Convento de San Augustin“ - I.E.S. Canarias „Cabrera Pinto“ - ein ehemaliges Kloster dessen Ursprünge auf die Anfänge des 16. Jahrhunderts zurück gehen. Zu dieser Zeit belohnte der Adelantado Alonso Fernández de Lugo den Orden der Augustiner dafür, dass dieser ihn bei der Eroberung und der Kolonisation der Insel begleitet hatten. Es gibt schriftliche Urkunden des Klosters „Espirtu Santo“ - Heiliger Geist – die auf das Jahr 1504 zurück gehen. Baubeginn war 1506, fertiggestellt wurde das Klostergebäude zu Zeiten des Priors Pedro Grimón (1527 bis 1560). Der Prior war der Sohn des Eroberers Jorge Grimón. Dadurch erklärt sich auch die Schirmherrschaft der Familie Nava y Grinón und deren Nachfahren. Im Laufe der Jahre kam es immer wieder zu Schenkungen in verschiedenen Formen. Dies waren unter anderem Ackerland, Landgüter, Wasserrechte, Grundstücke und Häuser in den unterschiedlichsten Gegenden der Insel. Diese Schenkungen machten das Kloster zu einem der reichsten der Insel. Das Hauptanliegen während des Bestehens des Klosters war die Bildung. Und so wurden auch die meisten Gebäude für diese genutzt. Bereits 1539 wurde im Eingangssaal Grammatik und Latein gelehrt. Der Unterricht wurde durch das Cabildo finanziert. Im 18. Jahrhundert gründeten die Brüder die erste, wenn auch sehr kurzlebige Universität der Kanarischen Inseln – die „Augustina“. Sie wurde als „Universidad Literaria de San Fernando“ 1821 zurück in die Räume der Mönche verlegt. 1836 wurde das Kloster aufgehoben, die Universität durch einen königlichen Erlass 1845. An ihrer Stelle wurde 1846 das „Instituto de Segunda Ensenanza de Canarias“ - ein Gymnasium - geschaffen, dass bis 1916 das einzige Gymnasium auf den kanarischen Inseln war. Zu dieser Zeit entstand ein zweites in Las Palmas de Gran Canaria und 1931 ein drittes auf La Palma. Bis 1970 sollten diese Gymnasien auch die einzigen auf den Kanaren bleiben. Denn erst ab diesem Jahr, in dem das „Ley General de Educación“ - Das allgemeine Schulbildungsgesetz - in Kraft trat, wurden weitere Gymnasien auf den Inseln gebaut.
1926 waren es die Pläne von Palayo Lopez nach denen das Gebäude mit neuen Anbauten aus Beton erweitert wurde. Das Ergebnis dieser Um- und Erweiterungsbauten – die Entstehung von vier Höfen und ein Abschluss mit einer neoklassizistischen Fassade an der „Calla Rodrigez Moure“. 1935 mussten die Arbeiten unterbrochen werden um in den Jahren 1944 bis 1948 durch den gleichen Architekten weiter geführt zu werden. Beendet wurden die Arbeiten in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Architekten Domingo Pisaca. Von 1993 bis 1997 wurde das Gebäude letztmalig und komplett renoviert. Diese Renovierung wurde durch die Regierung der „Autonomen Region der Kanarischen Inseln“ sowie durch das Cabildo der Insel finanziert.

Wenn man das Gebäude heute betritt, empfängt einen einer der schönste Renaissance-Innenhöfe, der einem noch einen authentischen Originaleindruck vermittelt. Von den ehemalig sechs Kapellen, die einst an den Innenhof angeschlossen waren, ist heute nur noch eine Säule und ein Teil einer Wandmalerei zu erkennen. Der „Claustro de los Cipreses“ - der zweite Innenhof, oder auch Zypressenhof genannt – ist aus dem 18. Jahrhundert und wurde im Rahmen er Renovierungsarbeiten 1993 nahezu originalgetreu wieder hergestellt. Von der Kirche des Klosters ist nach einem Brand im Jahr 1964 nicht viel übrig geblieben. Lediglich die Außenmauern und ein Marmorrelief der „Virgen de Gracia“ über dem früheren Hauptportal. Das „Ex-Convento de San Agustin“ wurde 1983 unter Denkmalschutz gestellt.

Iglesia Catedral Nuestra Senora de los Temedios

1515 wurde mit dem Bau einer zweiten Gemeindekirche – der „Iglesia Catedral Nuestra Senora de los Temedios“ - begonnen, deren Ausmaß mit einer Grundfläche mit 80 mal 40 Fuß (altes Längenmaß) doch sehr bescheiden war. Immer wieder, jedoch insbesondere in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde die Kirche um- oder ausgebaut. So wurde aus der einst einschiffigen eine dreischiffige Kirche deren Altarraum sehr stark erweitert wurde. Eine Erweiterung um mehrere Kapellen erfolgte im 17. Jahrhundert und zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand die Iglesia aus einem Glockenturm und fünf Schiffen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts droht der Glockenturm einzustürzen und so entschied man sich, hier nicht nur diesen zu erneuern, sondern die gesamte Fassade umzugestalten. Diese Umgestaltung ging einher mit der Gründung des Bistums de La Laguna – die Gemeindekirche wurde zur Kathedrale erklärt.

Die ständigen Eingriffe und Umbauten, besonders im 19. Jahrhundert, an und in dem Gotteshaus blieben nicht ohne Folgen. Es wurden Mängel und Problem mit der Stabilität festgestellt, die in ihrer Gesamtheit dazu führten, dass die Kirche nicht nur geschlossen werden musste, sie wurde auch zur Ruine erklärt. Um die Kirche weiterhin nutzten zu können wurde die Entscheidung getroffen, diese, mit Ausnahme des größten Teils der Fassade, abzureißen und neu – im Stil der Neugotik – wieder aufzubauen. Beim Neubau in den Jahren 1904 bis 1913 wurde die Gesamtgröße der Grundfläche eingehalten und es wurde keine fünf, sondern nur eine dreischiffige Kirche errichtet. Ein neues Element wurde eingeführt, und zwar ein Umgang um den Altarraum. Leider musste die Kirche wegen Einsturzgefahr der Gewölbe und der Kuppel 2002 erneut geschlossen werden. Die Wiedereröffnung erfolgte, nachdem die komplette Dachkonstruktion erneuert wurde, am 31. Dezember 2014.

Iglesia de la Inmaculada Concepción de la Virgen Maria

Die „Iglesia de la Inmaculada Concepción de la Virgen Maria“ ist die älteste Gemeindekirche der Insel. So stammt das erste Gebäude der Kirche bereits aus dem Jahren 1496/1497 – jedoch ist von dem damaligen Gebäude nichts mehr erhalten. 1515 bat das Cabildo von La Laguna das Domkapitel in Las Palmas auf Gran Canaria um eine Genehmigung, dass die Kirche wieder aufgebaut und im Rahmen des Wiederaufbaus auch erweitert werden dürfte. Dies war jedoch nicht im Interesse von Alonso Fernández de Lugo, der den Wiederaufbau bremste um den Bau der Kirche „Remedios“ in Villa Abajo zu beschleunigen und zu fördern.

Bereits 1558 hatte die Kirche ihr grundsätzliches Aussehen, dass bis heute bewahrt wurde – drei Schiffe, die durch Säulen getrennt sind. Im 17 Jahrhundert erfolgt eine Erweiterung, die eine Totalrenovierung notwendig machte. In deren Folge wurde 1714 bis 1737 auch der Hauptaltarraum erweitert. Im 18. Jahrhundert kam es erneut zu Arbeiten an der Kirche. Hier wurden Teile des Gebäudes erneuert oder auch abgerissen. Diese Arbeiten waren in der eher schlechten Qualität der verwendeten Baustoffe begründet.

Mit dem Bau der Konstruktion, so wie sie heute zu sehen ist, wurde in Teilen gegen Ende des 18. Jahrhunderts begonnen. Heute weist das Bild des Gotteshauses keinen einheitlichen Stil auf. Im Gegenteil, es ist eher eine Zusammenfassung von Gebäuden aus verschiedenen Epochen – alle jedoch im, für die Kanaren typischen, Baustil der Kirchen. So findet man auch hier die Verwendung von Haustein an den Ecken, den Fensterfüllungen und den Portalen, sowie große, verputzte und gestrichene Flächen. Betreten kann man die Kirche von zwei Seiten, beidseitig Portale, wobei der Eingang der Nordseite aus dem 16. Jahrhundert stammt und ebenerdig mit dem Kirchplatz ist, der Eingang auf der anderen Seite ist über Treppen erreichbar, die von Gartenanlagen umgeben sind. An der Nordseite des Gebäudes steht, als unabhängiger Einzelkörper, der Glockenturm – errichtet auf einer quadratischen Grundfläche. Noch heute gilt er als Erkennungszeichen der Stadt La Laguna. Die erste Errichtung des Turmes erfolgt 1577 mit mäßigem Erfolg. Der Turm fiel recht bald zusammen und wurde um 1630 erneut erbaut. Auch dieser Bau war nicht von Erfolg gekrönt und so gab es 1694 einen dritten und letzten, aber geglückten Versuch. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Turm viele Veränderungen erfahren. Die Architektur des Turm ist angemessen – die Kanten und die Fenstereinfassungen sind auch hier aus Haustein, die unteren sechs Stockwerke werden durch einen achteckigen Abschluss gekrönt. Der untere Teil des Turm ist von der Kirche aus über eine Seitenkapelle erreichbar. Dieser Teil des Turms hat ein wunderschönes, gotisches Gewölbe und wird als Taufkapelle genutzt. Hier wird auch ein altes Taufbecken aufbewahrt. Das aus Sevilla stammende Taufbecken ist aus Majolika (farbig bemalte, zinnglasierte italienische Keramik aus dem 15. und 16. Jahrhundert) und soll schon für die Taufe der Guanschenfürsten genutzt worden sein, die sich 1496 in Los Realejos den Eroberern ergeben hatten. Die Kirche wurde 1948 unter Denkmalschutz gestellt.

La Laguna heute

Heute ist La Laguna die zweitbedeutendste und zweitgrößte Stadt der Insel. Jung und quirlig präsentiert sie sich ihren Gästen und Besuchern. Die Obersten der Stadt haben es in wunderbarer Weise geschafft, die geschichtliche Vergangenheit der Stadt zu kombinieren mit der Gegenwart. Alte, mit viel Liebe und Sorgfalt renovierte Herrenhäuser wechseln sich ab mit neuen Bars und Restaurants. Und obwohl die alten Ehrwürdigkeit in vielen Straßen und Gassen spürbar ist, sind es neben den Anwohnern vor allem auch die Studenten, die der Stadt zu neuem , jedoch anderem Glanz verholfen haben und dies auch weiterhin tun. Sie sind es, die die Stadt lebendig und kreativ machen, durch sie gibt es hier keinen Stillstand sondern eine immer währende Entwicklung.

Die Plaza ist auch hier der „Mittelpunkt“ des Lebens in der Stadt. Hier trifft man sich, hier tauscht man sich aus und für viele ist die Plaza auch der „Ruhepol“ der Stadt. Und jede Prozession endet hier mit einer großen Fiesta.

Rund um die Plaza sind die Straßen gesäumt von herrlichen großen und kleinen Läden, die zum Shoppen einladen. Bars, Lokale, Restaurants, Tavernen, Clubs, Nachtclubs, Diskotheken und Musikbars laden ein, das süße Leben und die wunderbaren Tage und Nächte in vollem Umfang zu genießen.

Wer den kulturellen Gegebenheiten des Ortes einmal entfliehen will, tut dies am Besten bei einem Ausflug in des nahegelegene Anaga-Gebirge. Hier kann man ausgiebige Wanderungen unternehmen und dabei Eintauchen in die Schönheit der Natur im Norden der Insel. Viele wunderbare Wanderwege laden dazu ein entdeckt zu werden. Bei einem Spaziergang oder auch einer Wanderung durch das Anaga-Gebirge bekommt man einen wunderbaren Eindruck von der Vielfältigkeit der Flora und Fauna auf der Insel. Und immer wieder wird der Blick freigegeben auf die herrliche Umgebung, die Küste mit ihren schroffen, teilweise bizarr wirkenden Felsformationen und den Atlantik.

Auch die nahegelegenen und sehr ursprünglichen Bergdörfer sind einen Ausflug wert. Hier lernt man nicht nur viel über die Lebensweise der Menschen in den Dörfern, sondern auch über die Art des Anbaus von Früchten, Obst und verschiedenen Gemüsen. Aber am meisten kann man hier die „Langsamkeit des Sein“ erlernen. Keine Hektik, keinen Stress nur die Einheit von Mensch und Natur. Ein wunderbares Erlebnis für all die, die sich dafür interessieren und die diese Erfahrungen zulassen möchten und können.

Einen Tag am Meer verbringt man am besten an den nahegelegenen Stränden „Playa Roquete“, „Playa Arenal“ oder „Playa San Juan (Playa del Castillo).

La Laguna – zurecht Weltkulturerbe der UNESCO – eine wunderbare quirlige und lebendige Stadt mit einer großartigen und umfassenden Kultur und einer langen und ereignisreichen Vergangenheit. La Laguna – eine Stadt, die entdeckt werden möchte und die Einheimischen und Gästen gleichermaßen viel zu bieten hat.

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